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14
Mai 2016

Ziele von Krankenrückkehrgesprächen und Fehlzeitengesprächen

von Uschi Schöllhammer in Blog Fehlzeitengespräche

Fehlzeitenquote senken:

Krankenrückkehrgespräche und Fehlzeitengespräche werden in vielen Unternehmen eingeführt, um die Fehlzeitenquote zu senken. 
Dies kann aber nur verwirklicht werden, wenn bestimmte Teilziele gleichzeitig ernsthaft mitverfolgt werden:

Einbindung des Mitarbeiters steigern:

Mitarbeiter, die sich in ihrer Abteilung/Arbeitsgruppe eingebunden, in ihrer Leistung anerkannt und als Mensch wichtig genommen fühlen, fehlen weniger als Mitarbeiter, die sich als austauschbar und entbehrlich empfinden. Gefühle dieser Art werden dem Mitarbeiter ganz zentral durch seine Kollegen und seine Führungskraft vermittelt.

Vermittlung des Gefühls: Es ist uns nicht egal, wenn Mitarbeiter fehlen:

Ein wichtiger Bestandteil von Rückkehrgesprächen und den ersten intensiveren Fehlzeitengesprächen ist, den Mitarbeiter spüren zu lassen, dass man sich freut, dass er wieder da ist und dass er ein wichtiger Bestandteil der Abteilung ist, nach dem Motto "Du fehlst uns, wenn Du fehlst".

Ursachenbekämpfung:

  • Krankmachende Faktoren im Unternehmen identifizieren und abstellen
  • Gesundheitsbewusstes Verhalten bei Mitarbeitern fördern
  • Vereinbarung, Umsetzung und Nachverfolgung von Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung der Fehlzeiten

Häufig sind es nicht einzelne Ursachen, die zu einer krankheitsbedingten Abwesenheit eines Mitarbeiters führen, sondern ein ganzer Ursachenkomplex, und manchmal tragen auch Faktoren am Arbeitsplatz zur Entstehung oder Verschlimmerung einer Erkrankung bei, wie z. B. Über- oder Unterforderung, bestimmte Arbeitsbedingungen, Spannungen im Kollegenkreis etc. Ziel der intensiveren Fehlzeitengespräche ist es, solche Ursachen - sofern vorhanden - zu identifizieren und praktisch realisierbare Gegenmaßnahmen zu vereinbaren, z. B.:

  • Umverteilung von Arbeit
  • Änderung von bestimmten Abläufen
  • klärende Teamgespräche
  • ergonomische Maßnahmen
  • Teilnahme an Gesundheitsprogrammen wie Rückenschule etc.


„Blaumachen“ erschweren:

Natürlich gibt es auch Mitarbeiter, die nicht krankheitsbedingt fehlen, sondern sich unter Vorspiegelung einer Erkrankung bewusst zur Abwesenheit entscheiden (Absentismus). Ziel ist es hier, den Mitarbeitern durch das hartnäckige Führen von Fehlzeitengesprächen das Blaumachen zu verleiden. Wer weiß, dass er bei seiner Rückkehr an den Arbeitsplatz ein Gespräch bei seiner Führungskraft hat, kann den „freien Tag“ nicht wirklich genießen.
Bei handfesten Hinweisen auf Blaumachen sollte in jedem Fall auch die Personalabteilung eingeschaltet werden.
Aber Vorsicht, wir warnen davor, jeden Mitarbeiter, der fehlt, unter den Generalverdacht des Blaumachens zu stellen.

Sensibilisierung der Führungskräfte für die Thematik:

Unsere Erfahrung ist es, dass sich Führungskräfte häufig wenig mit den Fehlzeiten ihrer Mitarbeiter beschäftigen – nach dem Motto: "Wer krank ist, ist krank, da kann man nichts machen". Ein wesentlicher Vorteil der systematischen Einführung von Krankenrückkehrgesprächen und Fehlzeitengesprächen ist es, dass Führungskräfte erfahren, dass auch sie eine hohe Verantwortung bzgl. dieses Themas tragen und durch geeignete Impulse die Fehlzeiten ihrer Mitarbeiter beeinflussen können.

Hier wird aber auch deutlich, dass es mit dem isolierten Führen von Krankenrückkehrgesprächen/Fehlzeitengesprächen nicht getan ist, sondern dass diese eingebettet sein sollten in einen entsprechenden Umgang mit den Mitarbeitern im Arbeitsalltag sowie in eine grundsätzlich wertschätzende und motivierende Führungshaltung.


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Falls Sie mehr über das Rückkehrgespräch / Krankenrückkehrgespräch / Fehlzeitengespräch erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen das Führungskräftetraining "Krankenrückkehrgespräche und Fehlzeitengespräche richtig führen".

Über den Autor
Uschi Schöllhammer
Diplom-Psychologin

Studium der Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit den Schwerpunkten Organisations- und Betriebspsychologie, Verhaltensmodifikation und Arbeitsrecht.
Sie begleitet das IPT seit seiner Gründung 1991 als Dozentin und Trainerin.
1990 bis 1997 freie Dozentin und Trainerin für verschiedene Bildungs- und Beratungsinstitute.
1997 Eintritt als gleichberechtigte Gesellschafterin in das IPT.
Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stehen die Themen Führungskräfteentwicklung, Krankenrückkehr- und Fehlzeitengespräche, Telefontraining und Kundenorientierung.
Ihre Haltung spiegelt am besten ein Ausspruch von Franz von Assisi wieder: "Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu beweinen."