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22
Apr 2013

Ein gutes Wort hält für drei Winter: So loben Sie richtig

von Dr. Franz Reich in Blog Führungskräftetrainings

Studienergebnisse zeigen immer wieder, dass sich Mitarbeiter in ihrer Arbeit zu wenig von ihren Führungskräften wertgeschätzt fühlen. 

Mangelndes Lob und fehlende Anerkennung für gute Leistung sind damit der Demotivationsfaktor Nr. 1


Teilnehmer in unseren Führungskräftetrainings äußern häufig den Satz: „Nicht geschimpft ist gelobt genug“. 

Aber Achtung: Wenn ein Mitarbeiter aus seiner Sicht eine herausragend gute Leistung erzielt hat oder sich in besonderer Form für das Unternehmen eingesetzt hat, empfindet er ausbleibendes Lob häufig wie eine Missachtung oder einen Schlag ins Gesicht.

Übrigens sind nicht nur herausragende Leistungen lobenswert. Auch gutes Teamverhalten, Eigeninitiative, Verbesserungsvorschläge, Mitdenken und eine Verhaltensänderung nach einem Kritikgespräch sind mögliche Anlässe, Ihren Mitarbeitern ein Lob auszusprechen.


Damit Ihr Lob bei Ihren Mitarbeitern ankommt, beachten Sie Folgendes:

  • Geben Sie nur ein Lob, wenn es wirklich sachlich gerechtfertigt ist, nicht aus Mitleid oder Sympathie.

  • Lob sollte unter vier Augen stattfinden, sonst kommen Neid und Missgunst bei den anderen auf. Ausnahmen: Erheblicher Verdienst um die Gemeinschaft, Einsatz in Gefahr und Not, langjährige Betriebstreue.

  • Vermeiden Sie überschwängliches oder pauschales Lob (NICHT: „Sie sind mein bester Mann.“).

  • Loben Sie unmittelbar nach dem Anlass, nicht erst wenn alles Schnee von gestern ist.

  • Erläutern Sie mit konkreten Beispielen, was der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin gut gemacht hat. So spüren Ihre Mitarbeiter, dass ihre Arbeitsergebnisse und ihr Verhalten wahrgenommen werden und ihr Einsatz geschätzt wird

  • Verwenden Sie positive Begriffe („sehr gut“, „klasse“, „hervorragend“, „ausgezeichnet“ – NICHT: „nicht schlecht“, „eigentlich“, „hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut“).

  • Werten Sie andere Kollegen bei Ihrem Lob nicht ab. NICHT: „Das hätte Ihr Kollege niemals so gut hinbekommen.“

  • Verbinden Sie Lob nicht mit Kritik (Ausnahmen: Beurteilungsgespräche, Reflexion von Projektverläufen).

  • Loben Sie nicht zu häufig. Lob sollte etwas Besonderes bleiben.

Über den Autor
Dr. Franz Reich
Diplom-Psychologe

Studium der Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit den Schwerpunkten Organisations- und Betriebspsychologie, Ausbildung in Psychologie/Pädagogische Psychologie und Arbeitsrecht.
1993 Dissertation zum Thema Personalmarketing.
1985 bis 1989 freier Dozent und Trainer für verschiedene Bildungs- und Beratungsinstitute.
1989 bis 1991 Organisationspsychologe und Trainer an der Verkehrsakademie Bayern.
1989 bis 2002 Lehraufträge an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg für zukünftige Führungskräfte in den Bereichen Personalmanagement, Personalentwicklung, Personalmarketing und Personalführung.
1991 gründete er das Institut für Psychologie-Transfer (IPT), ein Trainings- und Beratungsinstitut für Personal- und Organisationsentwicklung.
Schwerpunkte: Strategische Personalentwicklung, Managementberatung, Einführung von Führungsinstrumenten.